Bauern in Leuth

„Von jeher befassten sich die Eingesessenen, selbst der Pfarrer, Kaplan und Lehrer, mit Ackerbau“ – so steht es in der „Geschichte der Herrlichkeit Leuth“ von Leopold Henrichs und Johann Finken. Es wurden hauptsächlich verschiedene Getreidearten angepflanzt, weiterhin Raps, Erbsen, Kartoffeln und Möhren. Das Vieh fraß Klee und weiße Rüben, der Mensch nutzte den Flachs zur Textilgewinnung.

Im 18. Jahrhundert wurden auf den Höfen einige hundert Schafe gehalten, doch sank deren Zahl Ende des19. Jahrhudnerts auf 38. Aus dem Jahr 1692 ist bekannt, dass in Leuth (zu dem damals auch Leutherheide gehörte) 47 Pferde gehalten wurden. Bei einer Viehzählung im Jahre 1768 wurden 231 Kühe, 28 Rinder, 76 Gänse und 44 Bienenkörbe festgestellt. 1783 waren es 247 Kühe – verteilt auf 150 Halter. An der Spitze standen Godfried Schmitter und Andreas Bontenakel mit jeweils sieben Kühen vor Stephan Delissen mit fünf Kühen. 100 Jahre später zählte man 230 Haushaltungen mit Viehbestand: 77 Pferde, 1 Esel, 395 Rindvieh, 575 Schweine, 67 Ziegen und 24 Bienenkörbe.

Bemerkenswert sei, halten Henrichs/Finken fest, dass es kaum – wie anderswo oft – eine Abhängigkeit von „Frohnden, selbst nicht einmal den Mahlzwang“ gab. Sie stellten eine „erfreuliche Selbstständigkeit“ fest. Allerdings waren es oft kleine Höfe und Katstellen. Ende des 19. Jahrhunderts gab es nur neun „selbstständige Güter“, die mehr als 20 Taler Grundsteuer zu entrichteten hatten. Der Branderhof war mit 62 Hektar der größte Hof vor Haus Baerlo (45 ha) und dem Schabbershof (35 ha); die anderen hatten meist um die 20 Hektar.

Dass Leuth ein Dorf voller Bauern war, lässt sich heute noch an vielen Häusern sehen, neben oder hinter denen Scheunen liegen – vielfach ungenutzt. Im Dorf haben noch die beiden Gemüsebauern Michael Schroers und Ernst/Berthold Clemens ihre Betriebsstätten. Bis auf einige Rinder als Freizeitbeschäftigung hat auch Johannes Meiners die Viehhaltung aufgegeben. Rings um Leuth bewirtschaftet heute noch ein gutes Dutzend Landwirte, Gemüse- und Gartenbauer Felder und Treibhäuser. Vieh steht nur noch bei wenigen im Stall.

Bauernfamilie Straeten auf dem Schabbershof (etwa 1915)