Großbohrgerät auf engem Raum – Altlastensanierung im Nettetaler Ortsteil Schlöp startet
Gemeinsame Pressemitteilung von AAV und Kreis Viersen
Nettetal, 22. Juli 2026 – Im Ortsteil Schlöp der Stadt Nettetal beginnen in der 31. Kalenderwoche die Vorarbeiten für eine umfangreiche Altlastensanierung. Auf dem Gelände einer ehemaligen chemischen Reinigung sind Boden- und Grundwasserverunreinigungen festgestellt worden, die bis in Tiefen von rund 20 Metern reichen.
Um die Schadstoffbelastungen nachhaltig zu beseitigen, kommt neben konventionellen Baugeräten auch ein Großlochbohrgerät zum Einsatz. Insgesamt werden 138 sogenannte überschnittene Großlochbohrungen hergestellt. Dabei werden die Bohrungen schrittweise ausgeführt und anschließend direkt wieder mit sauberem Material verfüllt. Durch die Überlappung der einzelnen Bohrungen wird sichergestellt, dass die belasteten Bodenbereiche möglichst vollständig erfasst und saniert werden.
Da sich die Verunreinigungen teilweise auch unter einem bestehenden Gebäude befinden, muss dieses zunächst zurückgebaut werden. Anschließend erfolgt ein konventioneller Bodenaushub zur Herstellung einer Arbeitsebene für das Großlochbohrgerät.
Das bei den Bohrarbeiten geförderte Grundwasser wird vor Ort über Aktivkohlefilter gereinigt und auf der Baustelle wieder verwendet. Zusätzlich wird in Fließrichtung des Grundwassers eine Anlage gebaut, mit der Grundwasser abgepumpt und gereinigt wird. Damit sollen mögliche Schadstoffverlagerungen, die durch die Sanierungsarbeiten verursacht werden könnten, sicher abgefangen werden.
Enge Platzverhältnisse erfordern Verkehrsregelung
Eine besondere Herausforderung stellen die beengten Verhältnisse auf dem Grundstück sowie die enge Zufahrt dar. Um das Ein- und Ausfahren der Baufahrzeuge zu ermöglichen, muss die Johannesstraße (L373) während der Rückbau- und Bohrarbeiten vor den Häusern 4, 5, 6 und 8 halbseitig gesperrt werden. Nach derzeitiger Planung wird diese Verkehrsregelung für einen Zeitraum von etwa sieben Monaten erforderlich sein. Der Verkehr wird in diesem Zeitraum durch eine Ampel geregelt.
Im Zuge der Sanierung werden rund 7.300 Tonnen belasteter Boden ausgebaut und fachgerecht entsorgt. In gleicher Größenordnung werden saubere Sand- und Kiesmaterialien zur Wiederverfüllung angeliefert. Hinzu kommen etwa 1.000 Tonnen Bauschutt aus dem Rückbau der vorhandenen Gebäude. Insgesamt wird mit 800 Lkw-Transporten gerechnet, in der Hochbauphase mit ca. 10 Lkw pro Tag.
Zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner werden Maßnahmen nach dem Stand der Technik getroffen, um Lärm-, Geruchs- und Erschütterungsemissionen so weit wie möglich zu reduzieren. Dennoch lassen sich Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten nicht vollständig vermeiden. AAV und Kreis Viersen bitten hierfür um Verständnis.
Hintergrund
Nach Unterlagen des Kreises Viersen war auf dem Grundstück von etwa 1925 bis 1974 eine chemische Reinigung in Betrieb. Insbesondere in den letzten Betriebsjahren wurden dabei leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) eingesetzt. Da damals die heute üblichen Schutzvorkehrungen und Entsorgungsstandards noch nicht vorhanden waren, gelangten Schadstoffe in erheblichem Umfang in den Untergrund. Die Belastungen sind heute sowohl im Boden als auch im Grundwasser nachweisbar und reichen bis in größere Tiefen.
Maßnahmenträger der nun anstehenden Sanierung ist der AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung. Der AAV übernimmt das gesamte Projektmanagement einschließlich Planung, Ausschreibung, Vergabe und Koordination der beteiligten Fachbüros und Fachfirmen. Die Sanierungsmaßnahme wird dabei eng mit dem Kreis Viersen als Vertragspartner abgestimmt. Ziel ist es, die Altlasten dauerhaft zu beseitigen und eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe zu verhindern.
AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung
Damit Menschen auf gutem Grund sicher leben können, begleiten wir unsere Mitglieder aus Land, Kommunen und der Wirtschaft Nordrhein-Westfalens dabei, Altlasten und Brachen zu sanieren und wieder nachhaltig nutzbar zu machen – vom Boden bis zum Grundwasser. So tragen wir dazu bei, den Verbrauch neuer Flächen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.
Die praktische Projektdurchführung mit unserem interdisziplinären Team und eigenen finanziellen Mitteln bildet den Kern unserer Arbeit. Zusätzlich unterstützen und beraten wir mit unserer umfangreichen rechtlichen so wie fachlich-technischen Expertise. Unser einzigartiger Erfahrungsschatz, die unabhängige Bewertung komplexer Sachverhalte und die verlässliche Umsetzung zielführender Lösungsansätze im Miteinander sind das Fundament unserer Leistung im Dienst einer nachhaltigen Zukunft.
Zukunft. Auf gutem Grund.
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